Kinder(reise)rad 24 Zoll

Ein reisetaugliches Kinderrad muss her

-Dieser Artikel enthält unbezahlte Markennennungen-

Nachdem meine 7-jährige Tochter ihre ersten 3 Fahrräder gebraucht bekommen hat ihre Fahrradprüfung bestanden hatte, war es an der Zeit für ein erstes neues Kinderrad, das auch reisetauglich sein sollte.

Die ersten 3 Kinderfahrräder waren unverwüstliche PUKY-Räder die wir von Freunden und Bekannten geschenkt bekommen haben und genauso gern weiterverschenkt haben. PUKY- Räder verdanken ihre Unverwüstlichkeit in erster Linie ihrer Einfachheit – keine Schaltung, Rücktrittbremse.

Die Ansprüche an das neue Kinderrad waren deutlich höher, sollte aber bezüglich Langlebigkeit ähnlich hohen Anspruch erfüllen und reisetauglich sein.

Kein Unterschied zum Erwachsenfahrrad

Ich habe oft mitbekommen, dass beim Kauf eines Kinderfahrrades die Farbe das entscheidende Kaufkriterium darstellt und beispielsweise bei der Schaltung eine 3-Gang Nabenschaltung oder billige Kettenschaltung als ausreichend angesehen wird. Wie soll ein Kind am längeren Radfahren Spaß haben, wenn es quasi untermotorisiert ins Rennen geht und beim ersten Anstieg als erstes vom Rad steigen muss. Da ist der Frust und Stress vorprogrammiert.

Also suchten wir ein 24-Zoll Kinderfahrrad mit mindestens einer qualitativ hochwertigen 7-Gang Nabenschaltung wie bei unseren Erwachsenenrädern.


Die Anforderungen an ein reisetaugliches Kinderrad:

– Der wichtigste Punkt nochmals vorweg: Mindestens genauso gute und leicht bedienbare Nabenschaltung wie bei den Erwachsenenrädern

– Für StVO unabdingbar eine Lichtanlage, aber in Form eines pflegeleichten und leicht bedienbaren (automatischen) Marken-Nabendynamos mit LED-Lampen

– Zusätzlich zu vorderen und hinteren Cantielever-Felgenbremse sollte das Rad weiterhin eine Rücktrittbremse haben. Damit die Umstellung von den PUKY-Rädern einfacher fällt. Reflexartig wird von Kindern am Anfang mit der Rücktrittbremse gebremst!

– 24 Zoll-Laufräder mit Hohlkammerfelgen und Nirostaspeichen

– Stabiler Gepäckträger mit mindestens 2 Streben um Fahrradtaschen stabil befestigen zu können

Eine Probefahrt ist unverzichtbar

Als all die Anforderungen klar waren, war es gar nicht so einfach einen passenden und für uns bezahlbaren Kandidaten zu finden. Wobei nach der ersten Probefahrt sich ein weiterer Aspekt herausstellte, der die Auswahl weiter eingrenzte. Um den Drehgriff einer Nabenschaltung zu betätigen, braucht man Kraft im Handgelenk. Die Kraft meiner Tochter hat damals nicht gereicht, um bei der SRAM Nabenschaltung hochzuschalten. Die SHIMANO NEXUS Version war damals deutlich leichtgängiger.

Nach langer Internetrecherche bin ich bei einem Fachhändler in der Nähe fündig geworden.

Das war wichtig, denn eine Probefahrt beim Kauf eines Kinderfahrrades halte ich für unabdingbar. Das Kind muss sich letztendlich auf dem Rad wohlfühlen. Wenn die ersten Erfahrungen mit einem Rad negativ ausfallen, wird ein Kind berechtigterweise keine Lust haben auf diesem “ bösen“ Rad bei einer Radreise Stunden zu verbringen.

Dafür darf das Rad von Anfang auf keinen Fall zu groß sein.
Bei Kinderrädern halte ich neben einer bequemen Fahrposition für wichtig, dass das Kind von Anfang im Stillstand sitzend auf dem Sattel mindestens mit den Zehen beidseitig auf den Boden kommt und damit so sicher an Ampeln etc. zum Stehen kommt.
Dabei muss die Sitzhöhe optimal eingestellt sein bzw. wie stelle ich fest, ob ein Fahrrad doch noch zu groß ist?
Man stellt ein Pedal nach ganz unten (Kurbelposition auf 6 Uhr). Wenn das Kind ohne seitlich vom Sattel zu rutschen bei durchgestrecktem Bein mit der Ferse auf die Pedale aufsetzen kann, dann ist das Kind groß genug für das Rad.
Wenn man die optimale Sitzhöhe eingestellt bekommt, dann ist in der Regel der sichere Stand auch kein Problem.

Vor dem ersten Losfahren unbedingt den sicheren Stand überprüfen!
Es wäre zu schade, wenn die erste Runde mit einem Sturz endet.

Bei uns verlieft die Probefahrt erfolgreich und für schlappe 330 Euro konnte ich mein Töchterchen mit einem nagelneuen Rad der Marke FABER beglücken. Die erste Generalprobe folgte sofort. Vom Fahrradgeschäft radelten wir 14 km gemeinsam glücklich nach Hause.

Ein Kinderrad darf nicht billig sein

Das Kinderrad hat einige Jahre beste Dienste geleistet, hat die eine oder andere kleine und größere Radreise mit Bravur überstanden und war damit jeden Euro wert. Als meine Tochter letztendlich aus dem Radl rausgewachsen war, konnte ich das Kinderrad problemlos für den halben Neupreis wieder verkaufen. Somit hat sich die kleine Investition auf jeden Fall ausgezahlt.

Quintessenz: Bitte spart nicht am Kinderfahrrad.
Ein Kinderrad das die hier genannten Anforderungen erfüllt, erspart Frust und macht eurem Kind vom ersten Moment an viel Freude.

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