Radweg an verkehrsreicher Strasse und paralleler Parkweg

Auf die Wahl des (Reise-)Weges kommt es an

Die Intensität und die Art der Erfahrungen, die ich auf einer Reise mache, hängen bei mir hauptsächlich von der Wahl des Fortbewegungsmittels und der Wahl des Weges ab.

Beispielweise erzeugt Radfahren auf einem gut ausgebauten Radweg, der direkt neben einer Hauptstraße verläuft oder eine Fahrt direkt auf der Hauptstraße bei mir Stress. Irgendwie werde ich innerlich jedes Mal unruhig und früher oder später wächst beim mir auf die Autofahrer eine gewisse Wut. Man strampelt sich ab, setzt sich der Willkür des Wetters aus und wird dann noch von motorisierten Verkehrsteilnehmer mit Lärm und Abgasen eingehüllt.

Das Radfahren an sich ist für mich eine aber äußerst angenehme Fortbewegungsart und eigentlich ein Streßabbauer.

Um diesen Konflikt aufzulösen, ist die Wahl des richtigen Weges und damit die Veränderung der Perspektive entscheidend. Der richtige Weg sorgt für eine veränderte Wahrnehmung der zurückgelegten Strecke und erzeugt positive Gefühle. Er lässt uns das Vorankommen genießen.

Diesen „Luxus“ gönne ich mir auch im Alltag.

Der richtige Weg ist oft nicht so bequem, wie der direkte Weg, er führt so manches Mal über Stock und Stein und ist entfernungstechnisch oft ein Umweg. Er kostet Zeit, schenkt aber meinen Sinnen eine Erholung.

Auf dem Arbeitsweg ein Umweg durch den Park in dem man sonst an schönen Tagen Familienausflüge macht, lässt den Tag mit positiven Emotionen beginnen.

Eine Reise, die auf solchen ausgewählten „richtigen“ Wegen erfolgt, ändert die komplette Wahrnehmung für eine Stadt, eine Gegend und die Landschaft.
Meine Heimat das Ruhrgebiet ändert so seine Farbe von grau ins grün und aus alten Industrieanlagen werden sehenswerte Geschichtsdenkmäler.

Auf die Kilometer kommt es nicht an

Ganz nebenbei erlebt man alles intensiver. Da die richtigen Wege den Autoverkehr versuchen zu meiden, bleibt mehr Aufmerksamkeit für die wichtigen Kleinigkeiten links und rechts des Weges die eine Reise erst richtig erlebenswert machen.

Somit ist es am Ende des Tages völlig nebensächlich wieviel Kilometer auf dem Tacho stehen. Der Akku ist voll neuer positiver Eindrücke auch wenn die zurückgelegte Strecke vielleicht nur einen Bruchteil der Entfernung ausmacht, die man auf einer direkten Schnell-Route hätte zurücklegen können.

Schön, dass in den letzten Jahren die Touristikämter diesen Perspektivenwechsel unterstützen und immer mehr solcher „langsamen“ Reiserouten ausgeschildert und ggf. sogar unter ein Motto gestellt haben.

Wegschilder drei unterschiedlicher Radrouten durch Ruhrgebiet
Ausgeschilderte Radrouten durchs Ruhrgebiet

 

Freue mich auf die Zukunft des Radfahrens

Im Ruhrgebiet werden immer mehr alte Eisenbahnstrecken zu Radstraßen umgebaut und schaffen es teilweise eine Symbiose zu einer „richtigen“ Schnellstraße für Radfahrer bei der schnelles  und streßfreies Vorankommen kein Widerspruch mehr sind.

Ich hoffe sehr, dass möglichst viele Pendler sich diese Vorteile bewusst werden und diese Schnellstraßen, wie der geplante und zum Teil bereits realisierte RS1, ein großer Erfolg werden. Es macht nämlich unheimlich viel Spaß sich ohne Ampel und Abgase kilometerweit nur auf die gleichmäßige Bewegung des Radfahrens einzulassen.

RS1 in Mülheim an der Ruhr

Je freier, desto intensiver. Es lebe das Wandern.

Noch intensiver wird das Erleben, wenn man in seiner Wahr des richtigen Weges völlig frei ist. Die Freiheit erreicht man ganz einfach, in dem man sich noch freier und zwar zu Fuß fortbewegt.  Die meisten nennen das dann wohl Wandern. Was für mich bis vor kurzem noch ziemlich verpönnt war, scheint seit geraumer Zeit ein berechtigter Trend zu sein. Durch einen Freund lernte ich diese Art der Freiheit der Fortbewegung zu schätzen. Zu Fuß eröffnen sich völlig neue Perspektiven auf Gegenden, denen man meinte nichts abgewinnen zu können. Dazu ein anderes Mal mehr.

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